Hyperaktivität kennen und erkennen
Hyperaktivität ist ein Syndrom, welches mit mehr oder weniger großem Defizit an Aufmerksamkeit als Hauptsymptom einhergeht. Daher wird diese Krankheit bzw. Störung auch als ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit mit Hyperaktivitätsstörungen, bezeichnet. Manche Ärzte nennen es auch HKS, hyperkinetisches Syndrom.
1845 stellte der Frankfurter Nervenarzt Heinrich Hoffmann in dem Buch "Struwwelpeter" zum ersten Mal das ADH-Syndrom dar.
mehr »Jedoch erst 1987 wurde mit "ADHS" ein medizinischer Begriff für Hyperaktivität gefunden und definiert.
Heute wird zwischen drei Typen der Aufmerksamkeitsstörung unterschieden. Neben dem ADHS-Typ gibt es das ADS, ein Mangel an Aufmerksamkeit, jedoch ohne dem Symptom der Hyperaktivität. ADS Betroffene werden z. Bsp. als Träumer bezeichnet. Als dritten Typ gibt es noch den kombinierten Typ.
Laut Statistik sind Jungen ca. zweimal mehr betroffen als Mädchen. ADHS betrifft nicht nur Kinder sondern kann sich bis ins Erwachsenenalter fortsetzen.
Immer noch werden die konkreten Ursachen des Aufmerksamkeitdefizitsyndroms geforscht. Nach heutigem Standpunkt können neben der genetischen Veranlagung auch Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen sowie psychosoziale Gegebenheiten Auslöser für Hyperaktivität sein.
Die auffälligsten Symptome des ADHS sind Unaufmerksamkeit bzw. leichte Ablenkbarkeit, Konzentrationsschwäche und Vergesslichkeit. Gerade bei ADHS zeichnet sich auch starke Impulsivität, wie unkontrollierte Wutausbrüche, ab, woher die Bezeichnung Hyperaktivität kommt. Meist reagieren Betroffene verlangsamt und sind motorische auffällig. So haben Kinder Probleme, mit Besteck zu essen oder einen Stift zu halten.
ADHS ist ein von der Geburt an vorhandenes Syndrom, was jedoch nicht immer bemerkt wird.
Schlafprobleme, große Unruhe und Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme können jedoch erste Anzeichen im Säuglingsalter sein. Bei Kleinkindern sind motorische Entwicklungsprobleme, Unfähigkeit, Freundschaften aufzubauen, Unberechenbarkeit und Wutausbrüche alarmierende Merkmale. Durch die Aufmerksamkeitsstörung leiden viele ADHS-Kinder an der sogenannten LRS, Lese-Rechtschreib- und Rechenschwäche. Oftmals kommt es hier schon zu geringem Selbstwertgefühl der Kinder, da sie aufgrund ihrer Hyperaktivität und angeblichen Dummheit ausgegrenzt werden.
In der Pupertät kann dies zu Depressionen oder Aggressivität führen. Viele ADHS-Betroffene sind von Alkohol- und Drogenproblemen betroffen.
Diese Konflikte setzen sich im Erwachsenenalter fort. Meist unfähig, längere Beziehungen zu führen, und Schwierigkeiten im Berufsleben können das Leben eines ADH-Betroffenen zum Apltraum werden lassen.
Deshalb ist es unbedingt wichtig, ADHS früh zu erkennen und ernst zu nehmen.
Da ADHS sehr individuell ist, muss eine Therapie zwar nicht erforderlich sein, jedoch sollte der Betroffene stets in seiner Entwicklung und seinem Verhalten beobachtet werden, durch den behandelnden Arzt sowie Psychologen. Zeichnen sich gravierende Beeinträchtigungen im psychischen und/oder sozialen Bereich aus, sollten Therapiemaßnahmen ergriffen werden.
Wichtiger Bestandteil einer ADHS-Therapie ist die Aufklärung des sozialen Umfeldes. In der Verhaltenstherapie werden Strategien erlernt, die Hyperaktivität, so gut wie möglich, zu kontrollieren durch Struktur, Regeln und Grenzen. Und in der Psychotherapie versucht man Depressions-Symptomen, Ängsten oder Abhängigkeiten entgegenzuwirken. Zusätzlich wird ADHS Menschen viel Aktivität, zum Beispiel das Betreiben von Sport empfohlen.
Da man davon ausgeht, dass ADHS eine Störung der Übertragung von Nervensignalen zugrundeliegt, ist das Ziel der medikamentösen Therapie, das Gleichgewicht zwischen Dopamin und Noradrenalin wieder herzustellen. Dopamin ist ein Signalstoff im Gehirn, der für die Weiterleitung und Verarbeitung von Reizen und Informationen zuständig ist. Durch Psychostimulanzen wie z. Bsp. DL-Amphetaminen soll die Wirkung des Dopamin gestärkt werden. « weniger