Es gibt nur wenige Frauen, die davon verschont werden, von zeitweisen oder regelmäßigen Regelbeschwerden, der sogenannten Dysmenorrhö. Bei vielen jungen Mädchen setzten diese Schmerzen bereits mit der ersten Regelblutung ein, ebenso viele verlieren die Probleme aber auch im Laufe der Jahre, insbesondere nach einer Schwangerschaft.
Solche Regelschmerzen, die bereits mit der ersten Blutung auftreten, nennt man primäre Regelschmerzen. Sie sind wahrscheinlich auf eine hormonelle Ursache
mehr »zurückzuführen.
Ursachen für schmerzhafte Regelblutungen
Die Auslöser der Regelbeschwerden sind bei der primären Dysmenorrhö körpereigene Botenstoffe. Einer davon, die Arachidonsäure, konnte im Verlauf der vergangenen Jahre ausgemacht werden. Diese Säure entsteht im Laufe des Zyklus in größeren Mengen. Während der Blutung wird die Arachidonsäure umgewandelt in Prostaglandine. Dies ist der Grund, warum sich die Muskulatur der Gebärmutter zusammenzieht. Bei einem Ungleichgewicht dieser Stoffe im Zusammenhang mit Östrogenen und Gestagenen, wird das Gewebe der Gebärmutter schlecht durchblutet und somit auch ungenügend mit Sauerstoff versorgt. Dies ist die Ursache der Schmerzen.
Es gibt außerdem auch sogenannte sekundäre Regelschmerzen. Sie gehen auf eine gynäkologische Grunderkrankung zurück. Sekundäre Dysmenorrhö kommt am häufigsten bei Frauen ab dreißig vor. Ursachen können krankhaften Veränderungen im Becken Bereich sein, wie etwa Myome oder eine Gebärmutterentzündung. Eine häufige Ursache ist die Endometriose. Unter ihr leiden etwa zehn Prozent aller Frauen. Unter der Endometriose versteht man Wucherung der Gebärmutterschleimhaut. Da diese Erkrankung so häufig ist, sollte sie bei schmerzhaften Regelblutungen immer mitgedacht werden.
Symptome der Dysmenorrhö
Die Symptome einer Dysmenorrhö sind häufig sowohl bei der primären, wie auch bei der sekundären Form gleich. Es handelt sich bei diesen Regelbeschwerden vor allem um krampfhafte, ziehende bis hin zu wehenartigen Unterleibs- und Rückenschmerzen. Sie können einige Minuten andauern und sind eher unregelmäßig. Zu den begleitenden Symptomen zählen vor allem Durchfall und Übelkeit. Auch Kopfschmerzen können dazuzählen. Frauen mit Endometriose klagen außerdem häufig über sehr lang andauernde Blutungen.
Therapieansätze und Hilfe bei Dysmenorrhö
Zu den wirkungsvollsten Therapieansätzen von Regelbeschwerden zählen hormonelle Verhütungsmittel. Diese behandeln jedoch nur die Beschwerden und sind nicht in jedem Fall empfehlenswert. Bei primären Regelbeschwerden sind jedoch ohnehin nur die Schmerzen zu bekämpfen. Dazu sind vor allem Schmerzmittel mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Paracetamol einzusetzen. Kombiniert man diese mit krampflösenden Mitteln, wie Butylscopolamin erzielt man die höchste Wirksamkeit.
Bei der sekundären Dysmenorrhö ist es angezeigt, die Therapie nach der Ur-Erkrankung zu richten. Bei Endometriose kann beispielsweise auch operativ behandelt werden. Dazu nimmt der Gynäkologe eine Bauchspiegelung vor und entfernt so das wuchernde Gewebe.
Vorbeugung und nicht medikamentöse Hilfe
Leider gibt es nur wenig, was vorbeugend gegen Regelschmerzen hilft. Die Vermeidung von Kälte im Bereich des Unterleibs gehört in jedem Fall dazu und ausreichend Bewegung.
Außerdem gibt es gute Ergebnisse bei der Gabe von Vitamin B6. Während der Menstruation helfen warme Entspannungsbäder, entspannende Tees und Wärmflaschen. Auch die Einnahme von Magnesium kann die Krämpfe erleichtern.
Zu den Kräutern, auf die unsere Großmütter bei Regelschmerzen geschworen haben, zählen Kamille, Schafgarbe, Ringelblume, Taubnessel und auch Kümmel. Als Tees getrunken zeigen sie eine beruhigende Wirkung auf den Körper und die Seele. « weniger