Ein Enzymmangel ist eine Stoffwechselstörung. Durch veränderten oder fehlerhaften Enzymaufbau können ebenso Enzymmängel entstehen wie durch eine verminderte Bereitstellung der Enzyme im organischen Stoffwechsel. Ruft der Enzymmangel Beschwerden oder klinische Symptome hervor, kann eine "Enzymkrankheit" - in Fachkreisen Enzymopathie genannt - vorliegen. In extremen Fällen kann ein Enzymmangel durchaus zu erheblichen Störungen des Stoffwechsels und sogar zu Entwicklungsstörungen kommen.
mehr »Insbesondere bei Fehlgeburten und Kindern mit angeborenen Stoffwechselkrankheiten spielt ein Mangel an Enzymen häufig eine tragende Rolle.
Was ist ein Enzym eigentlich genau?
Im menschlichen Körper finden ununterbrochen biochemische Vorgänge statt. An fast allen sind Enzyme mit beteiligt. Die extrem kleinen Enzyme sitzen in den Zellen und sorgen bei den Prozessen im Körper des Menschen dafür, dass er sich bewegen, atmen, ernähren und gegen Krankheiten wappnen kann. Ohne Enzyme könnte ein Mensch also nicht leben. Enzyme bestehen wie Proteine aus Aminosäuren. Ihre Struktur ist so aufgebaut, dass sie andere lebensnotwendige Substanzen spalten, auf- und umbauen sowie abtransportieren können. Da von den ca. 25000 Enzymen nur gerade mal 3000 erforscht sind, ist eine abschließende Behandlung und Beurteilung aller Formen dieser Mangelerscheinungen - trotz täglich neuer Forschungsergebnisse - nicht möglich.
Enzymmangel - Wie äußert sich das?
Kommt es zu einem Mangel an Enzymen, so kann es zu Nahrungsunverträglichkeiten - Enzymopathien genannt - kommen. Die bekannteste Form der Enzymopathien stellt die Laktose-Unverträglichkeit dar. Durch die Mangelerscheinungen ist es der Person nicht möglich, die entsprechenden Nahrungsbestandteile vollständig zu verdauen. Mitunter ist überhaupt keine Verdauung der betreffenden Nahrung realisierbar. Ist der Mangel umfangreicher, kann es - wie beschrieben - zu erheblichen Störungen des Stoffwechsels, der Wundheilung sowie der körperlichen Entwicklung bei Heranwachsenden kommen. Eine der wohl schwerwiegendsten Erkrankungen im Zusammenhang mit Enzymmängeln ist die angeborene Stoffwechselstörung PKU (Phenylketonurie). Um schwerwiegende Hirnstörungen zu vermeiden, wird an Säuglingen kurz nach der Geburt ein entsprechender Test durchgeführt. An PKU erkrankte Personen müssen dann zeit ihres Lebens eine strenge Diät halten.
Enzymmangel - Gibt es medikamentöse Therapien?
Grundsätzlich muss immer der Arzt im Einzelfall entscheiden, ob Enzympräparate geeignet sind. Bei der Laktose-Unverträglichkeit wie auch bei Verdauungskrankheiten ist dies ein probates Mittel. Es gibt aber auf Grund der großen Anzahl nicht für alle Enzyme entsprechende Medikamente. So muss ein Arzt während der Erstellung der Diagnose spezifische Tests vornehmen, um für die vorhandene Mangelerscheinung die richtige Wahl des Medikaments zu treffen. Allerdings muss erwähnt werden, dass die Wirksamkeit der Enzympräparate umstritten ist. Eine generelle Aussicht auf Erfolg kann hier also nicht gegeben werden. « weniger