Als primäres oder auch habituelles (gewohnheitsmäßiges) Schnarchen bezeichnet man laute Atemgeräusche während des Schlafens. Charakteristisch für das auch als Rhonchopathie bezeichnete Phänomen ist das stetige Auftreten. Ein Schnarcher tut dies fast immer, wenn er schläft, egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit. Daher werden oft die Bettpartner belästigt.
Der Betroffene selbst hat meist keine Beeinträchtigungen. Auch die fälschliche Annahme, dass Schnarchen anstrengt und zu
mehr »Unausgeschlafenheit führt, wurde widerlegt. Man hat im Gegensatz dazu herausgefunden, dass Schnarcher einen besonders erholsamen Schlaf haben, da die Atemgeräusche eine Folge der sich entspannenden Gaumenmuskeln sind.
Wichtig ist es, das primäre Schnarchen von anderen Schlaf-Atmungskrankheiten, wie der Schlafapnoe zu unterscheiden. Gibt es keine erhöhten Weckreaktionen (überprüfbar per EEG) und die Kreislauffunktionen sowie der Sauerstoffgehalt im Blut werden nicht beeinträchtigt, so ist der Schnarcher ungefährdet. Eine Schlafapnoe dagegen kann ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit sich bringen.
Die Gründe für die lauten Atemgeräusche während des Schlafs sind sehr simpel zu erkennen. Das, aufgrund der entspannten Gaumenmuskeln, in der Atemluft hin- und herflatternde Gaumensegel sorgt für die störenden Laute.
Durch die Schlafposition kann das Schnarchen jedoch begünstigt oder beinahe verhindert werden. So ist in der Rückenlage der Zungengrund zurückgesunken, was die Geräuschentstehung fördert. In Bauchlage aber werden die Töne jedoch stark reduziert.
Zusätzlich können vor allem der erhöhte Alkoholgenuss, Rauchen, Übergewicht, Schlafmittel und vor allem auch der Schnupfen Ursachen für Schnarchen sein.
Es ist auch bekannt, dass vor allem Männer im mittleren bis hohen Alter betroffen sind, wobei es auch schnarchende Frauen gibt.
Wo das primäre Schlafen nur mit Atemgeräuschen sowie morgendlicher Mundtrockenheit einhergeht, sind die Symptome einer Schlafapnoe deutlich drastischer. So können morgendliche Kopfschmerzen, Tagesmüdigkeit, Konzentrationsschwäche und Gedächtnisstörungen auftreten.Depressionen und Potenzstörungen können die Folge sein.
Wichtig für Schnarcher ist, vor allem kontrollierbare Ursachen, wie Rauchen und Alkoholkonsum einzuschränken sowie auf die Einnahme von Schlafmedikamenten zu verzichten und das Übergewicht zu reduzieren. Zusätzlich muss der Betroffene sich den Schlaf in der Bauchlage angewöhnen, was zum Beispiel durch das Tragen einer Weste gefördert werden kann.
Es gibt jedoch auch operative Therapien, welchen der Betroffene allerdings zustimmen muss und denen ärztliche Untersuchungen zugrunde liegen müssen, die eine anatomische Ursache für das Schnarchen belegen. So kann eine Begradigung der Nasenscheidewand zu freieren Atemwegen führen. Oftmals werden auch die Gaumenmandeln entfernt. Eine weitere Methode ist die Weichgaumenchirurgie, bei der zum Beispiel das Gaumenzäpfchen verkleinert oder ganz entfernt wird.
Durch die Operation sollen dann die Schlafgeräusche zumindest soweit vermindert werden, dass es wieder sozial verträglich ist. Vollständig kann das Problem leider kaum beseitigt werden. « weniger