Die Nesselsucht, deren lateinischer Name Urtikaria lautet, ist eine Hautkrankheit, die mückenstichartige hell- bis dunkler rote, brennende bzw. juckende Hauterhebungen ausbildet, die immer größer werden. Da diese Hautveränderung derjenigen gleicht, die nach der Berührung einer Brennnessel auftritt, erhielt die Nesselsucht ihren Namen. Mediziner unterscheiden zwischen akuter Nesselsucht (Dauer unter 6 Wochen), chronischer Nesselsucht und idiopathischer Urtikaria (diese Benennung drückt aus
mehr », dass die Ursache bzw. der Auslöser für den Ausbruch unklar sind).
Das Auftreten eines solchen, stark juckenden Ausschlages, auch Quaddeln genannt, kann unterschiedliche Gründe haben, die von Nahrungsmittel- bzw. Medikamentenunverträglichkeiten herrühren können, aber auch psychischer Stress und physikalische Hautreizungen (Wärme, Kälte, Druck, Wasser, UV-Strahlung) gelten als möglicher Auslöser.
Eine chronische Urtikaria kann zahlreiche Ursachen haben, beispielsweise Entzündungsherde im Körper oder organische Ursachen, wie eine Störung der Nebennierenrinde. Stress gilt zudem immer als krankheitsfördernd.
Häufig verschwinden die Quaddeln, und damit die akute Krankheit, nach kurzer Zeit von selbst wieder. In diesem Fall ist keine weitere Untersuchung nötig.
Bleiben die Symptome jedoch über einen Zeitraum von über 4- 6 Wochen, so sind dies Anzeichen einer chronischen Urtikaria. In diesem Fall kann der Arzt eine Behandlung mit Cortisol oder Antihistaminika beginnen, wobei diese Therapie jedoch nur die Symptome unterdrückt, die Ursachen aber nicht heilt. Zeigen diese beiden Medikamente keine Linderung der Symptome, ist dies ein erstes Indiz für einen psychosomatischen Auslöser der Nesselsucht. In diesen Fällen kann die Stressreduktion erfolgversprechend sein, in härteren Fällen kommt eventuell sogar eine Psychotherapie als Behandlungsmethode in Frage.
Bei einer länger andauernden, chronischen Urtikaria ist in vielen Fällen ein mehrtägiger Klinikaufenthalt nötig, um die Ursache der Krankheit im Körper zu suchen.
Es ist schwer, einer Urtikaria vorzubeugen. Gegen einen psychosomatischen Auslöser empfiehlt sich, Stress möglichst zu vermeiden und einen Ausgleich für Körper und Psyche in den Alltag zu schaffen. Bei einer bekannten Allergie gegen Inhaltsstoffe von Nahrungsmitteln oder Medikamenten, sollte auf diese, wenn möglich, verzichtet werden oder ein weiteres Vorgehen mit dem Arzt abgeklärt werden. Treten immer wieder Quaddeln auf oder bleiben diese über längere Zeit, so empfiehlt sich, wie zuvor erläutert, eine ausgiebige Untersuchung, um eventuelle organische Erkrankungen oder Entzündungsherde im Körper langfristig behandeln zu können und dadurch die Neubildung von Quaddeln zu verhindern. « weniger